Wie DKV Mobility mit D‑QUANTUM Data Product Management und Data Governance erfolgreich verbindet

Ausgangslage

Wenn erfolgreiche Dateninitiativen nicht mehr skalieren

DKV Mobility verfolgte eine klare Vision: Europas führender Mobilitätsdienstleister zu werden. Mit dem kontinuierlichen Ausbau digitaler Produkte und Services wuchs auch der Bedarf an verlässlichen, fachlich nutzbaren Daten rasant. Zwischen 2021 und 2024 wurde eine zentrale analytische Datenlösung aufgebaut und zahlreiche datengetriebene Use Cases realisiert.

Kurzüberblick

Unternehmen: DKV Mobility
Ziel: Skalierbares Data Product Management bei wachsender Datenlandschaft
Herausforderung: Transparenz, Ownership und Data Governance für Datenprodukte
Lösung: D‑QUANTUM als Herzstück für Data Governance und Data Products
Ergebnis: „Shopping for Data“: Mehr Transparenz, klarere Verantwortlichkeiten und eine belastbare Grundlage für bessere Datenqualität und schnellere Wertrealisierung

Zentrale Herausforderungen

Data Governance wirksam, aber nicht hemmend gestalten

Die Einführung eines Data Product Managements sollte nicht losgelöst von bestehenden Governance‑Strukturen erfolgen. Im Gegenteil: Data Governance sollte den Übergang unterstützen, nicht verkomplizieren.

Dieses Verständnis bildete die Grundlage für den Ansatz bei DKV Mobility. Governance ist keine Pflichtübung, sondern dient als Absicherung für Qualität, Vertrauen und Skalierbarkeit.

Die Kernfrage lautete daher, wie sich Data Governance und Data Product Management so verbinden lassen, dass Klarheit, Akzeptanz und Geschwindigkeit gleichermaßen steigen.

Umsetzung

Vom Core-Team zu Data Hubs

Organisatorisch wurde das bestehende Modell um Data Hubs in den Fachbereichen erweitert. Während die Hubs fachliche Datenexpertise aufbauen und Verantwortung für ihre Datenprodukte übernehmen, stellt das Core Team übergreifende Standards, Governance-Rahmenwerke und zentrale Enablement-Services bereit. Die Verantwortung für Datenbetreuung und Datenqualität wurde dabei klar definierten Data Stewards und Data Product Ownern in den Hubs übertragen.

D-QUANTUM unterstützt die Zusammenarbeit zwischen Core Team und Data Hubs, indem relevante Informationen zu Datenprodukten, Governance und Verantwortlichkeiten zentral dokumentiert und transparent gemacht werden.

Dokumentiert wurden u.a.:

  • Fachliche Definitionen, Attribute und KPIs
  • Data‑Quality‑Regeln und Klassifizierungen
  • Technische Metadaten und Lineage
  • Lifecycle‑Informationen
  • Business Value und Nutzungskontext

Alle relevanten Informationen lagen somit für Produzenten und Konsumenten gebündelt vor.

Data Governance ist wie eine Krankenversicherung: Sie erscheint zunächst nicht dringend – aber wenn es brennt, dann bist du froh, dass du sie hast.

Thomas LieglSenior Manager Data Governance

Warum D-QUANTUM?

D-QUANTUM war bei DKV Mobility bereits als Datenkatalog etabliert. Für die Einführung von Data Product Management existierte jedoch bereits ein klares fachliches und organisatorisches Zielbild, das über den Funktionsumfang eines klassischen Datenkatalogs hinausging. Die Entscheidung fiel daher auf einen gezielten Ausbau der bestehenden Plattform. Die hohe Konfigurierbarkeit von D-QUANTUM sowie die Flexibilität von SYNABI bei der Bereitstellung zusätzlicher Funktionalitäten ermöglichten es, die Anforderungen des Data Product Operating Models schnell umzusetzen.

Umfang

  • 2.000 Attribute
  • 18 Domains
  •  5.500 dokumentierte KPIs
  • Über 500 Data-Quality-Regeln

Ausschlaggebende Faktoren für D‑QUANTUM

Bessere Lineage – jenseits von Excel und Einzellösungen

Komplexe Abhängigkeiten zwischen Datenprodukten ließen sich mit Excel‑Listen nicht mehr zuverlässig abbilden. Das Tool ermöglichte eine integrierte, nachvollziehbare Lineage, die fachliche und technische Perspektiven zusammenführt.

Hohe Anpassbarkeit und Konfigurationsfähigkeit

Statt starre Produktlogiken aufzuzwingen, ließ sich D‑QUANTUM flexibel an bestehende Organisationen, Rollenmodelle und Prozesse anpassen. Das trug maßgeblich zur Akzeptanz bei.

Geringe Einstiegshürde und hohe Nutzerakzeptanz

Die intuitive Bedienung erleichterte Fachbereichen den Einstieg erheblich und wirkte sich zugleich positiv auf das Change Management aus.

Individuelle Ansichten und Einstiege sorgen für Zeitersparnis

Unterschiedliche Rollen – von Data Ownern über Governance‑Verantwortliche bis hin zu Datenkonsumenten – erhalten genau die Sicht, die sie benötigen. Das reduziert Suchzeiten und fördert produktives Arbeiten.

Lösungsansatz

D‑QUANTUM als operatives Herzstück

Perspektivisch sollte D‑QUANTUM zum zentralen Dreh- und Angelpunkt werden, in dem Data Governance und Data Product Management zusammenlaufen. Der Datenkatalog entwickelte sich vom Dokumentationswerkzeug zum Shopping‑for‑Data“-Marktplatz.

Der Aufbau folgte fünf Leitprinzipien:

Datenprodukte sind im System eindeutig beschrieben: fachlicher Zweck, Inhalte, KPIs und Nutzungsszenarien sind auf einen Blick ersichtlich. Das entlastet die Teams und reduziert Abstimmungsaufwände.

Klare Verantwortlichkeiten sind direkt am Datenprodukt dokumentiert. Data Owner übernehmen Verantwortung für Inhalt, Qualität und Weiterentwicklung.

Dokumentierte Herkunft, transparente Data‑Quality‑Regeln und nachvollziehbare Verarbeitungswege schaffen eine bessere Grundlage für Vertrauen in Datenprodukte.

Das Tool schafft eine transparente Dokumentation über die Werthaltigkeit von Datenprodukten. Damit entfernt man sich vom Ansatz den Erfolg rein an der Quantität der Use Cases zu messen.

Fachbereiche finden, verstehen und nutzen Datenprodukte in der Plattform ohne redundante Entwicklung oder Abstimmungsaufwand. Wiederverwendbarkeit, Konsistenz und Nachvollziehbarkeit sind dabei wichtige Kernaspekte.

Konkrete Umsetzung

Data Product Management im Datenkatalog

Für die operative Umsetzung von Data Product Management wurde in D‑QUANTUM ein eigener Menüpunkt für Data Product Management etabliert. So erhielt das Thema einen klaren Platz im Tool und ist sichtbar, strukturiert und für alle relevanten Rollen zugänglich.

Seither liefen alle Informationen rund um Dateninitiativen und daraus entstehende Datenprodukte zentral im System zusammen. Der Datenkatalog fungiert infolge sowohl als Nachschlagewerk als auch als aktives Arbeitssystem entlang des gesamten Lebenszyklus eines Datenprodukts.

Lifecycle-Orientierung statt statischer Dokumentation

Der Kern der Umsetzung ist die Abbildung des Status des Datenprodukts als Lebenszyklus. Wie konzeptionell gefordert, können in  D‑QUANTUM Datenprodukte nicht nur binär als vorhanden oder nicht vorhanden betrachtet, sondern entlang klar definierter Status geführt werden, beispielsweise aktiv, inaktiv oder End of Life (EOL).

Diese Lifecycle‑Logik schafft Klarheit darüber:

  • welche Datenprodukte produktiv genutzt werden,
  • welche sich in Aufbau oder Ablösung befinden,
  • und welche Produkte perspektivisch ersetzt werden.

Dadurch wird Data Product Management zu einem steuerbaren Prozess.

Verknüpfung von Data Governance, Wertbeitrag und Datenprodukten

Alle Data‑Governance‑Artefakte, darunter fachliche Definitionen, Data‑Quality‑Regeln, Klassifizierungen und Zugriffsregelungen, wurden in D‑QUANTUM direkt an die jeweiligen Datenprodukte geknüpft. So ist jederzeit nachvollziehbar, welche Governance‑Regeln für welches Datenprodukt gelten.

Ein besonderer Fokus lag zudem auf der systematischen Abbildung des Business Values:

  • Bereits auf Ebene einer Dateninitiative wird im Tool geschätzt, welchen potenziellen Wert diese Initiative liefert (enabled value).
  • Sobald eine Initiative den Status done erreicht und produktiv geht, wird dieser Wert dem daraus entstandenen Datenprodukt als gesicherter Wert (secured value) zugeordnet.
  • Die Plattform unterstützt diese Logik nativ und ermöglicht so eine klare Trennung zwischen geplantem und realisiertem Nutzen.

Auf diese Weise wird der geschäftliche Mehrwert nicht nur diskutiert, sondern konkret dokumentiert und nachvollziehbar dargestellt. Dies ersetzt aber nicht die fachliche Bewertung oder Validierung des tatsächlichen Nutzens.

Wertvererbung entlang der Datenwertschöpfungskette

Ein weiterer Aspekt der Umsetzung ist die Weitergabe von Wertinformationen entlang der Datenwertschöpfungskette.

Beispiel: Wenn ein Report einen bestimmten geschäftlichen Nutzen erzeugt, tragen auch die zugrunde liegenden Datenobjekte und Datenprodukte zu diesem Wert bei, denn schließlich ermöglichen sie den Report überhaupt erst.

Dieser Zusammenhang lässt sich in D‑QUANTUM transparent abbilden:

  • Der Wert einer Initiative wird dem Datenprodukt zugeordnet.
  • Besteht ein Datenprodukt aus mehreren Initiativen, werden die Werte auf Produktebene aggregiert.
  • Der Beitrag, den einzelne Datenprodukte entlang der gesamten Wertschöpfung leisten, wird klar ersichtlich.

Dies unterstützt die Priorisierungsentscheidungen und stärkt das Verständnis von Daten als wirtschaftlichem Asset.

Strukturierte Dokumentation der Datenprodukte in D‑QUANTUM

Jedes Datenprodukt wird im Datenkatalog über mehrere logisch getrennte Bereiche (Tabs) dokumentiert, die unterschiedliche Perspektiven abbilden:

General

Dieser Bereich bietet einen schnellen Überblick und enthält unter anderem:

  • Beschreibung des Datenprodukts (Was ist es?)
  • Zielgruppen und Nutzungskontext
  • Datenprodukt-Typ (z. B. analytisch, operativ)
  • Aktueller Status im Lifecycle
  • Zugehörige Initiative(n)
  • Dokumentierter Business Value

Fachliche Perspektive

Hier werden alle fachlich relevanten Aspekte abgebildet, u. a.:

  • Involvierte Attribute und KPIs
  • Definierte Data‑Quality‑Regeln
  • Fachliche Zugriffs- und Nutzungsregeln

Technische Perspektive

Die technische Sicht dokumentiert:

  • Eingehende Daten (ingoing data assets)
  • Ausgehende Ergebnisse (outgoing assets wie Views, Reports, Data Marts)
  • Speicherorte und technische Abhängigkeiten

Auf diese Weise bleibt jederzeit nachvollziehbar, wie ein Datenprodukt technisch aufgebaut und in welche Datenflüsse es eingebettet ist.

Vom Datenkatalog zum operativen Werkzeug für Data Product Management

Durch diese konsequente Umsetzung entwickelte sich die Software bei DKV Mobility zu weit mehr als einem klassischen Datenkatalog. In D-QUANTUM werden Data Product Management, Data Governance und Business Value in einem durchgängigen Modell vereint.

D‑QUANTUM unterstützt somit nicht nur die Dokumentation von Datenprodukten, sondern ihre aktive Steuerung entlang von Lifecycle, Verantwortung und Wertbeitrag.

So erzielte DKV Mobility nachhaltige Mehrwerte:

Hohe Transparenz über Datenprodukte und Verantwortlichkeiten

Deutlich reduzierte Redundanzen durch Wiederverwendung

Verbessertes Vertrauen in Qualität und Herkunft der Daten

Schnellere Bereitstellung neuer Datenprodukte

Skalierbare Data Governance, auch bei wachsender Organisation

Fazit

Datenprodukte brauchen zentrales System

Das Beispiel von DKV Mobility verdeutlicht:
Data Product Management funktioniert nur dann nachhaltig, wenn es strukturell, organisatorisch und technisch verankert ist.

D‑QUANTUM verbindet genau diese Ebenen und macht Data Governance vom abstrakten Konzept zum wirksamen Enabler.

DKV Mobility ist die führende europäische B2BPlattform für Mobilitäts- und Paymentlösungen im Straßentransport. Rund 450.000 Kunden nutzen das Angebot des Unternehmens in über 50 Ländern. Neben Tank- und Ladelösungen umfasst das Portfolio Mautservices, Fahrzeugdienstleistungen und digitale Mobilitätslösungen. 2024 verarbeitete DKV Mobility ein Transaktionsvolumen von rund 20 Milliarden Euro bei einem Umsatz von 860 Millionen Euro.

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